In Sevillas unmittelbarer Nähe, und zwar im heutigen Santiponce, befinden sich die Überreste der römischen Kolonie Italica, der ersten römische Stadtgründung auf iberischem Boden im Jahre 206 vor Christi Geburt.
    

Berühmtheit erlangte die Stadt, weil dort die römischen Kaiser Trajan (Regierungszeit 98-117) und Hadrian (117-138) geboren wurden. Bereits um die Zeitenwende, zur Regierungszeit des Kaisers Augustus, hatte Italica ein prächtiges Theater erhalten, dessen Reste heute am Stadtrand von Santiponce sichtbar sind:

Blick auf den Zuschauerraum mit Tribüne und Orchestra und den Bühnenkomplex mit Bühne und Resten des Bühnenhauses. Hier wurden in der Regel Mimus und Pantomimus, die beliebtesten Theatergattungen in der Kaiserzeit, aufgeführt.

 

Die Bühne (pulpitum) und die Überbleibsel des Bühnenhaus (scaena), von dessen Dekoration nur ein paar Säulenstümpfe übrig geblieben sind.

 

Blick auf halbkreisförmige, mit hellen Steinen gepflasterte Orchestra: Hier nahmen die führenden Familien Italicas und deren Ehrengäste Platz. 

 

Sicherlich waren in der Orchestra auch Plätze für die gens (Sippe) der Ulpier reserviert, die in Italica wohnte. Ihr berühmtester Spross  war Marcus Ulpius Traianus, der schließlich Kaiser des römischen Reiches wurde.

 

Wenn die Ulpier das Theater in Italica betraten, benutzten sie dazu den aditus maximus, den Eingang, der auf dem Bild zwischen der Tribüne und der Bühne zu sehen ist und direkt in die Orchestra führt.

 

Eine exakte Beschreibung der Theater-Architektur findet sich 
im Abschnitt Römisches Theater
In der Rubrik Theater in Mérida sind weitere Fotos vorhanden. 

 

© Andreas Reuter