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Theatergattungen
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Das flavische Amphitheater (Kolosseum) in Rom |
Wer im
antiken Rom Unterhaltung im größeren öffentlichen Rahmen suchte, der hatte dazu im wesentlichen drei Gelegenheiten:
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Bei den lustspielartigen Theaterdarbietungen, den Komödien also, unterschied man im alten Rom zwischen mehreren Gattungen:
Der aus Sizilien stammende Mimus und die campanische Atellane bilden hierbei die frühesten Formen komischer theatralischer Inszenierung. Typisch für diese beiden Gattungen sind burleske und obszöne Inhalte ohne dramatische Handlung: Liebschaften, Ehebrüche, abwegiges sexuelles Verhalten, das dumme Landvolk, Schiffbruch, Mord und Betrügereien, denen Ohrfeigen, Fußtritte, Prügeleien, alberne Grimassen, Verfolgungsjagden, häufig auch Stripteaseszenen der Schauspielerinnen (vor und nach der Inszenierung) zugemischt werden, bilden das übliche Standardrepertoire beider Gattungen. Kurz und knapp gesagt kann man Mimus und Atellane als volkstümliche italische Possenspiele charakterisieren.
Im Laufe des dritten
vorchristlichen Jahrhunderts wurde in Rom das griechische Kunstdrama
bekannt. Das war auch die Geburtsstunde der fabula palliata,
der Komödie nach griechischem Vorbild, die man nun neben Mimus und Atellane
auf den Bühnen der
Stadt am Tiber spielte. Hellenistische Lustspiele der
"Neuen Attischen Komödie" wurden weitgehend in die lateinische Sprache
übertragen und manchmal
mehr, manchmal weniger dem Geschmack des römischen Publikums
angepasst. Griechische Schauplätze mit griechischen Stoffen blieben aber
auf jeden Fall Handlungsort und Thematik dieser Komödiengattung. Mit der
fabula palliata, die die Freuden und Leiden einer kleinbürgerlichen Welt
behandelt, erreicht
die Komödie in Rom ihren künstlerischen Höhepunkt.
Eine Sonderform der eben besprochenen fabula palliata stellt die fabula togata dar. Bei dieser Gattung werden Handlungsort und -thematik der Komödie auf italisches Gebiet verlegt. Davon zeugt auch die Bezeichnung fabula togata, die man mit <Komödie im römischen Gewand> übersetzen kann (togata stammt von toga, dem Namen für das römische Obergewand, palliata hingegen von pallium, der Bezeichnung für den griechischen Mantel: Daher bedeutet fabula palliata <Komödie im griechischen Gewand>). Sicherlich gab es für die fabula togata außer der Stilform keine direkten griechischen Vorbilder.
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Das Forum Romanum nachts: Links im Vordergrund der Saturntempel, rechts im Hintergrund das Kolosseum |
Nun zur Tragödie: Sie spielte eine wesentlich geringe Rolle als die Komödie und blieb den Römern eher fremd. Die römischen Tragödiendichter orientierten sich ebenfalls am griechischen Kunstdrama und schufen wie im Falle der Komödie eine römische Sonderform: die sogenannte fabula praetexta ("Tragödie im römischen Staatsgewand"), bei der Schauspieler in der purpurgesäumten toga praetexta auftraten und römische Helden spielten. Aufgrund des mangelnden Erfolges dieser Gattung verwundert es nicht, dass die letzte Aufführung einer Tragödie nach griechischem Vorbild für die erste Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts belegt ist: Danach verschwand sie vollständig aus den Theaterprogrammen.
Überhaupt war damit die Zeit der griechischen Theaterspiele (ludi Graeci) vorüber, denn spätestens zum Beginn der Kaiserzeit fanden auch die am hellenistischen Kunstdrama sich orientierenden Komödiengattungen, die fabula palliata und die fabula togata, kaum noch Beachtung in Rom. Nun dominierten die sogenannten römischen Theaterspiele (ludi Romani): Zu nennen seien die Atellane und vor allem der Mimus, die sich auch weiterhin allgemeiner Beliebtheit erfreuten. Tatsächlich aber beherrschte der Pantomimus, eine neue, vorwiegend tragische Form des Bühnenspiels, die Theaterhäuser in der Kaiserzeit. Ein einziger, jeweils anders maskierter und kostümierter Schauspieler, der alle Rollen übernahm, spielte einen historischen oder mythologischen Stoff in einer Abfolge von solistischen Szenen mit Tanzeinlagen. Wie der Name Pantomimus (<einer, der alles nachahmt>) es schon verrät, sprach er dabei kein Wort, sondern wurde von einem Chor und einem Orchester begleitet.
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