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Terentius

Publius Terentius Afer, den wir heute Terenz nennen, ist der zweite berühmte Komödiendichter Roms. Über sein Leben sind wir besser informiert, als das bei Plautus der Fall ist: Er wurde um 195 vor Christi Geburt in Karthago geboren. Als Sklave kam er nach Rom in die Obhut des Senators Titus Lucanus, der ihn später freiließ. Mit seinen Theaterstücken war er in Rom sehr erfolgreich und verstarb schließlich im Jahre 159, als er während einer Studienreise nach Kleinasien und Griechenland Schiffbruch erlitt. 161 v. Chr. erreichte er mit dem Eunuchus, der im Rahmen der ludi Megalenses im April aufgeführt wurde, seinen größten Erfolg. Vorher waren schon die Komödien Andria im Jahre 166, Hecyra im Jahre 165 und Heautontimorumenos im Jahre 163 aufgeführt worden. 161 folgte noch der Phormio und ein Jahr später die Adelphoe.

Römische Ehen waren sehr harmonisch.

Terenz war wie Plautus ein Palliatendichter, d. h. er schrieb Komödien im Stile der fabula palliata (zum Begriff siehe die Rubrik Das römische Theater). Die griechischen Titel seiner Werke verraten es ja eigentlich schon: auch er nahm sich die Lustspiele der Neuen Attischen Komödie zum Vorbild. Im Gegensatz zu Plautus hielt er sich aber enger an die Originale: vier seiner Komödien verarbeiten Werke des Menander, nur die Hecyra und der Phormio beruhen auf Originalen anderer griechischer Dichter. Terenz unterscheidet sich von Plautus auch darin, dass sein Schreibstil viel vornehmer und gebildeter ist: Er vermeidet Derbheiten und Übertreibungen, das vulgäre und drastische Element findet sich bei ihm nicht.

In der Antike war Terenz ein viel gelesener Autor, seine Werke waren sogar Standardliteratur in den Schulen. Auch im Mittelalter wurde er viel gelesen und galt als der römische Komödiendichter par exellence. Erst ab dem 15. Jahrhundert wurde Plautus allmählich bevorzugt.


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© Andreas Reuter